Contemporary Kurzprosa

Jeder liest Drecksack // Nick Hornby

Gibt es doch gar nicht. Ich hab noch nicht über das Buch geschrieben? Und auch noch nicht über Nick Hornby, in diesem ganzen Blog nicht. Unglaublich. Dabei hab ich Drecksack schon mindestens drei, vier, fünf Mal gelesen und Hornby ist eine Dauererscheinung in meinem Leben.

Jeder liest Drecksack / Everyone's reading bastardAlso: Drecksack. Kurze Geschichte. Die Ausgabe, die ich habe, ist zweisprachig: Nach dem ersten Teil, in dem Drecksack auf Deutsch steht, folgt „Everyone’s Reading Bastard“. Und weil ich letztens kein Wechselbuch in der Handtasche hatte, nur Drecksack/Bastard, hab ich dann auf dem Weg zum Büro gleich noch mal die englische Version gelesen – so viel zum Schwierigkeitsgrad des Englischs. Ansonsten ist auch die deutsche Version sehr sehr lesbar, bis auf kleine Seitenschläge flüssig zu konsumieren. Und am Ende?  Ein klassischer Hornby, zumindest was die Kurzprosa betrifft. Denn im Gegensatz zu seinen „großen“ Büchern, die ein sauberes Ende haben, ist das Ende von Hornbys Kurzprosa etwas speziell, lässt viel zu denken übrig und auch ein Paket Fragezeichen.

Deshalb weiß ich nach dem Ende auch nicht, was ich von der Hauptfigur halten soll. Ist er nun ein Drecksack, der besser, wie seine Exfrau es tut, öffentlich in einer Kolumne runtergemacht werden sollte. Oder ist er doch einfach nur ein bisschen verpeilt-trottelig, semi-erfolgreich, Halbversager und vielleicht einfach nur gewaltig missverstanden und eigentlich doch ganz liebenswert? Da würde ich echt gerne wissen, was sich Hornby dabei gedacht hat und warum er uns (also mich) als Leserin da so im Regen stehen lässt. Aber es macht Spaß, darüber nachzudenken. Und vielleicht komme ich ja der Lösung des Geheimnisses beim nächsten Lesen etwas näher …

Klappentext (Quelle: KiWi)

Stellen Sie sich vor, alle Ihre Vergehen stehen in der Zeitung

Als Charlie und Elaine sich scheiden lassen, leben sie schon seit Längerem getrennt. Die Scheidung ist also einvernehmlich, so lautet jedenfalls Charlies Auffassung. Dass Elaine das ganz anders sieht und Charlie an allem die Schuld gibt, erfährt er aus der Zeitung, für die Elaine schreibt: In einer wöchentlichen Kolumne zerrt sie jegliches Fehlverhalten ihres Exmannes genüsslich in die Öffentlichkeit. Wie soll Charlie jemals wieder eine Frau kennenlernen, wer will mit einem solchen Fiesling schon zusammen sein? Doch da meldet sich eine Frau, der mit ihrem Exmann Ähnliches widerfährt, und die beiden Geschmähten kommen zusammen … Mit seinem unnachahmlichen Humor, dem Blick für die Absurditäten des Alltags und der liebevollen Beschreibung naiver Loser erzählt Nick Hornby, warum eine Trennung ganz schön gefährlich sein kann.


Beitragsbild: unsplash-logoMike Ackerman

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