Diebin zum Verlieben

Wenn man Streuselkuchen lesen könnte, dann würde er wie dieses Buch klingen. Und das nicht nur, weil, wie ich aus zuverlässiger Quelle weiß, die Autorin total auf Streuselkuchen steht. Aber lassen wir das. Denn wie ihre Stimme klingt, beschreibt am besten, was sie selbst über ihr Schreiben sagt. Hier im Interview erzählt sie:

Das Schreiben gibt mir die Möglichkeit, mich voll und ganz einem Gefühl hinzugeben. … Ich nehme mir die Zeit, eine Szene so intensiv zu durchleben, wie es in der Realität nicht möglich wäre. Ich erlaube mir, auf Details zu achten …. Ich kann zum Beispiel etwas Schönes festhalten und habe die Möglichkeit, es noch besser zu machen.

Das ist zu lesen. Wir bewegen uns langsam an die Hauptfiguren heran, entdecken sie in ihren Facetten, ehrlich, authentisch. Wir bewegen uns auf die Geschichte zu, in die die Charaktere hineintrudeln – vorsichtig, mit offenem Herzen und einem warmen Gefühl. Wir bewegen uns mit ihnen durch ihre Erlebnisse. Dabei ist der Erzählton trotz des Tempos der Geschichte ruhig, fast bedächtig. Das macht die Schönheit des Buches aus. Wir dürfen uns Zeit nehmen und wirklich dabei sein. Und ganz nebenbei erleben wir eine moderne Version von Robin Hood in Gestalt einer Frau, die Frauen liebt und einen Hund klaut, weil sie glaubt, dass er bei seinen Herrchen nicht gut aufgehoben ist.

Dieses Buch ist nichts für Zwischendurch, denn so sorgfältig wie es erzählt ist, möchte man es lesen, in einem Café, auf einer Wiese, irgendwo draußen. Und es inspiriert zu einem Blick auf die Welt, wie er für Ina Steg typisch ist. Ich bin gespannt auf ihr nächstes Buch!

Klappentext (Quelle: Ylva Verlag)

http://ylva-verlag.de/wp-content/uploads/2017/02/Eine-Diebin-zum-Verlieben_Ina-Steg_500x800.jpgRobin ist eine Diebin. Sie klaut Würstchen in Dosen und Briefe aus staubigen Akten, sie entwendet zu dicke Portemonnaies aus hinteren Hosentaschen und verteilt die erbeuteten Reichtümer einfach um. Und wenn Menschen ihre Hunde schlecht behandeln, stiehlt sie auch diese.

Hanna steht kurz vor ihrem Abschluss zur wissenschaftlichen Kriminaltechnikerin und muss sich als Neuling ihren Kollegen und Vorgesetzten gegenüber beweisen. Ungeplant wird sie in einen Fall um ein wertvolles gestohlenes Buch verwickelt und lernt dabei Robin kennen, die als scheinbar Unbeteiligte ohnmächtig am Tatort aufgefunden wird.

Anfänglich treffen sich die beiden nur zu Ermittlungszwecken, doch aus gegenseitiger Sympathie wird bald ein Knistern, das nicht mehr zu leugnen ist. Während Hanna damit hadert, Robin überführen zu müssen, verstrickt diese sich zunehmend in Lügen, um ihr Doppelleben geheim zu halten.
Kann es in diesem Katz-und-Maus-Spiel überhaupt Gewinnerinnen geben?

Fakten

Ina Steg
Eine Diebin zum Verlieben
Ylva Verlag
246 Seiten/65.000 Wörter
978-3-95533-809-1 (Taschenbuch)
978-3-95533-810-7 (mobi); 978-3-95533-811-4 (epub); 978-3-95533-812-1 (pdf)

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