Contemporary

Bis ans Ende der Geschichte

https://service.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/Picoult_JBis_ans_Ende_der_Geschichte_158901.jpg‚Hätte ich gewusst, wie das Buch ausgeht, hätte ich es nicht angefangen – aber so bin ich sehr froh, dass ich es gelesen habe.‘ Das war mein erster Gedanke, als ich das Buch ausgelesen hatte. Es ist ein typisches Picoult Buch – eng verwoben, unerwartet, überraschend. Dennoch gibt es immer einen faden Beigeschmack. Neben originellen Charakteren, wie der gärtnernden, Plattitüden ausspukenden Nonne gibt es die absehbaren Figuren. Bei Ihnen ahnt man, was es mit ihnen auf sich hat. Man vermutet, was der Nazi will – er ist zu nett, zu alt. Zu passend im Kontrast zur Großmutter der weiblichen Hauptfigur, die im KZ war und der man es nicht ansieht. Und am Ende ist es doch etwas ganz Anderes, was dabei herauskommt.

Immer wieder fragt man sich, warum schreibt Picoult diese eigenartigen Gestalten und Figuren in den Anfang. Warum ist Sage mit einem Bestatter zusammen? Warum hat sie nicht einfach eine Beziehung, sondern ist Ehebrecherin? Warum so viel Gott? Und besonders – warum beschäftigt das so sehr und lenkt von der Geschichte ab.

Vielleicht liegt es an der Übersetzung, die ab und an etwas holpert. Beurteilen kann man es nur bedingt, dazu müsste man das Buch mit dem Original vergleichen. Ein gutes Zeichen ist es nicht. Gut verpackt dagegen sind die vielen Fakten über die Vergangenheit. Aufgehängt an einem Mitarbeiter des FBI, über den man so wichtige intime Details erfährt.

Es ist gut, dass Autoren wie Picoult diese Extremthemen aufgreifen. Menschen auch in ihren finstersten Abgründen so beschreiben, wie sie sind und scheinen. Dennoch ist es nicht das beste Buch der Autorin und es lässt mich zwiespältig zurück.

Klappentext (Quelle: Randomhouse)

Sage Singer ist eine junge Bäckerin. Sie hat ihre Mutter bei einem Autounfall verloren und fühlt sich schuldig, weil sie den Wagen gelenkt hat. Um den Verlust zu verarbeiten, nimmt sie an einer Trauergruppe teil. Dort lernt sie den 90jährigen Josef Weber kennen. Trotz des großen Altersunterschieds haben Sage und Josef ein Gespür für die verdeckten Wunden des anderen, und es entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Als Josef ihr eines Tages ein lang verschwiegenes, entsetzliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das allerdings nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem moralischen Dilemma: Denn wo befindet sich die Grenze zwischen Hilfe und einem Vergehen, Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade?

Autorin

Jodi Picoult, geboren 1967 in New York, studierte in Princeton und Harvard. Seit 1992 schrieb sie mehr als zwanzig Romane, von denen viele Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste waren. Die Autorin wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, wie etwa 2003 mit dem renommierten New England Book Award. Picoult lebt mit ihrem Mann, drei Kindern und zahlreichen Tieren in Hanover, New Hampshire.

Fakten

Jodi Picoult
Bis ans Ende der Geschichte
Aus dem Amerikanischen von Elfriede Peschel
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
Bertelsmann Verlag
560 Seiten
ISBN: 978-3-570-10217-6

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.