Contemporary Teens

54 Minuten // Marieke Nijkamp

Es gibt Bücher, da bist du dir sicher, egal wann du den Post schreibst, du wirst nicht vergessen haben, worum es in dem Buch geht und was dich bewegt hat. Marieke Nijkamps „54 Minuten“ ist so ein Buch. Wirklich von der ersten Seite an packt dich die Geschichte. Man kann nicht immer ganz die Personen unterscheiden, denn die Autorin verzichtet darauf, sie äußerlich detailliert zu beschreiben. Aber die Charaktere gehen dir trotzdem total nah und du bist mittendrin, ganz nah bei ihnen.

Das ist nicht immer schön und am Ende megatraurig, denn wie einer der Testimonials auf dem Umschlag sagt: Die Autorin lässt einen mit einem gebrochenen Herzen zurück. Dabei bleibt man nicht ganz ohne Trost, aber ein Happy End kann es bei so einer Story natürlich nicht geben: An der Highschool läuft ein Schüler Amok und rächt sich an allen von denen er findet, dass sie ihm etwas schuldig sind.

Abwechselnd erleben wir aus der Perspektive von einem von vier Schülern, was sich ereignet und wie sie diese Stunde erleben. Durchbrochen wird das Ganze von Chatnachrichten und Posts der Tochter eines Lehrers der Schule, die von tumblr oder einem Blog stammen könnten. Diese Einschübe kann man erst nicht unbedingt einordnen und zum Teil sind sie verstörend, weil sie widerspiegeln, was auf Social Medias auch an Perversitäten in solchen Situationen zu finden ist.

Später aber treiben sie die Geschichte voran, spitzen sie zu und lösen die reine Innenperspektive der erzählenden Charaktere auf, was es noch mehr in die Realität holt und genau diese Dimension schafft: Die Opfer sind gefangen. In der Schule. Mit einem Irren. Und niemand weiß etwas Genaues. Bis zum Schluss ist niemandem klar, wer überlebt hat und wer sterben musste.

Ich hoffe, dass ganz viele Lehrer dieses Buch zur Pflichtlektüre machen und ganz viele Jugendliche es lesen. Wobei die Altersempfehlung des Verlages, das Buch ab 14 Jahren zu lesen, sehr treffend ist.

Wer noch tiefer in die Thematik einsteigen möchte: Von Anna Seidl gibt es „Es wird keine Helden geben“ und von Jodi Picoult „Neunzehn Minuten„, die ich beide noch in meinem alten Blog besprochen habe und ganz gut fand, wobei Jodi Picoults Buch wirklich überzeugend, gut und packend war.

Klappentext (Quelle: FJB)

Nr. 1 »New York Times«-Bestseller

Marieke Nijkamps packender Roman, der zum Riesenüberraschungserfolg in den USA wurde, behandelt ein brisantes Thema und wirkt wie ein Echo aktueller Ereignisse: Amok in der Schule.

54 Minuten, die alles zerstören

Es passiert nicht viel im verschlafenen Opportunity, Alabama. Wie immer hält die Direktorin in der Aula der Highschool ihre Begrüßungsrede zum neuen Schulhalbjahr. Es ist dieselbe Ansprache wie in jedem Schulhalbjahr. Währenddessen sind zwei Schüler in das Büro der Schulleitung geschlichen, um Akten zu lesen. Draußen auf dem Sportgelände trainieren fünf Schüler und ihr Coach auf der Laufbahn für die neue Leichtathletiksaison. Wie immer ist die Rede der Dirketorin exakt um zehn Uhr zu Ende. Aber heute ist alles anders.

Als Schüler und Lehrer die Aula verlassen wollen, kann man die Türen nicht mehr öffnen. Einer beginnt zu schießen.
Tyler greift seine Schule an und macht alle fertig, die ihm unrecht getan haben.
Aus der Sicht von vier Jugendlichen entfaltet sich der Amoklauf, bis die letzte Kugel verschossen ist.

Infos

54 Minuten
Marieke Nijkamp
54 Minuten
Jeder hat Angst vor dem Jungen mit der Waffe
Paperback
Originalsprache: Englisch
Übersetzt von: Mo Zuber
Preis € (D) 14,99 | € (A) 15,50
ISBN: 978-3-8414-4016-7


Beitragsbild: unsplash-logoRoman Mager

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